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Mémoires de 68 Institut National de l'Audiovisuel Hamburger Institut für Sozialforschung International Institute of Social History Archivio audiovisivo del movimento operaio democratico Archivio storico della Nuova sinistra "Marco Pezzi" Centro di documentazione Mauro Rostagno |
Quellen zur Geschichte der 68er und der europäischen sozialen- und Jugendbewegungen in den 60er und 70er Jahren
Mit
diesen wenigen Zeilen möchten wir Forschenden und allen, die am Analysieren und
Verstehen der Vorgänge interessiert sind, die um das Ereignis 1968 herum eine
gewisse Tragweite in den beziehungsreichen Geschehnissen der europäischen
Geschichte der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts angenommen haben, einige
Informationen geben. Die
Datenbanken, die wir den Suchenden anbieten, wurden in Zusammenarbeit mit einem
kleinen Teil der Institute erstellt, die in Europa Dokumentationen über jene
Jahre aufbewahren. Man wird leicht verstehen, daß es praktisch unmöglich zu
schaffen ist, alle Aufbewahrungsstätten der Erinnerung an ’68
zusammenzubringen - nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch und
vor allem wegen der Komplexität und Verschiedenheit der Archivierungssysteme. Angesichts
der Unmöglichkeit, eine Archivdatenbank aufzubauen, die sich zum Großteil aus
den in Europa über 1968 existierenden Dokumentationen zusammensetzt, haben wir
jedoch beschlossen, einige Informationen über die Situation der europäischen
Archive - sowohl für Print- als auch audiovisuelle Medien - , über die wir
unterrichtet sind, bereitzustellen, indem wir eine kurze Beschreibung der
Bestände und, wenn eine Internetseite existiert, die elektronische Adresse der
jeweiligen Dokumentationszentren geben, über die es möglich ist, weitere
Informationen zu erhalten. Frankreich Für
Frankreich existiert - als Ergebnis einer wichtigen Recherchearbeit, die Anfang
der 90er Jahre durchgeführt und 1993 vom Verlag Verdier publiziert wurde - ein
Quellen-Repertorium: Mémoires de 68. Guide des sources d’une histoire à
faire. Die Initiative wurde von der Vereinigung „Memoires
de 68“ und von der Bibliothèque de Documentation Internationale
Contemporaine in Nanterre unterstützt. Leider
war es nicht möglich, mit den Autoren dieser Recherche einen Mechanismus der
Zusammenarbeit in Gang zu setzen. Mit der Absicht, die enthaltenen Informationen
leichter zugänglich zu machen, weil sie für das Studium der französischen
sozialen- - und Studentenbewegungen an der Wende von den 60er zu den 70er Jahren
von grundlegender Wichtigkeit sind, haben wir uns trotzdem entschieden, den Text
des Repertoriums in elektronischem Format wiederzugeben. Darüber
hinaus ist es möglich, einige kurze Informationen über drei Aufbewahrungsorte
von Dokumentationen über ’68 anzubieten. Hinsichtlich
der Printmedien sind bei der Bibliothèque de Documentation Internationale
Contemporaine in Nanterre zahlreiche Bestände von Privaltleuten erbracht worden. Für
die audiovisuellen Quellen sind die beim Institut National de l’Audiovisuel
(Ina) und der Vidéothèque de Paris aufbewahrten Materialien von besonderem
Interesse. Dort sind die Programme der Fernsehkanäle und des öffentlichen
Radios aufbewahrt; weitere Informationen sind über die Internetseite
auffindbar (www.ina.fr). Die Vidéothèque de Paris (heute Forum des images)
bewahrt ca. 6.000 Filme auf, die Paris zum Gegenstand oder als Hintergrund haben
(für weitere Informationen siehe die Internetseite
www.vdp.fr). So hat zum
Beispiel eine Recherche in der Datenbank der Videothek mit dem Begriff „Mai 68“
eine Liste mit 86 Filmen ergeben. Deutschland Zur
deutschen Bewegung gibt es neben dem Archiv für Soziale Bewegungen in Freiburg,
das an unserem Datenbankprojekt mitgearbeitet hat, einen weiteren Institut, der
wichtige dokumentarische Komplexe besitzt: das Hamburger
Institut für Sozialforschung. Das
Hamburger Institut besitzt im besonderen eine Sammlung über „Protest,
Widerstand und Utopie in der BRD“. Detailliertere Informationen über diese
Sammlung sind auf der Internetseite des Instituts zugänglich (www.his-online.de).
Niederlande
Das International Institute of Social History in Amsterdam ist eines der wichtigsten europäischen Archive für Sozialgeschichte, Arbeiterbewegung und für die anarchistischen Bewegung; unter den zahlreichen aufbewahrten Archiven von Personen und Organisationen zeichnen sich in bezug auf ’68 die folgenden Quellen aus: Internationale Situationniste; Paris, Mouvement mai-juin 1968; French Student Movement - Michel Renard; René Vienet; Student Activity at the University of Birmingam; Provo (zu diesem Bestand zählen auch andere Unterlagen von Militanten der Provobewegung wie Henk Langhout, Jan Kolthek, Gerard Esser); Students for a Domcratic Society; Medisch Comité Nederland-Vietnam. Auch in diesem Fall sind weitere Informationen auf der Internetseite zu finden (www.iisg.nl/archives).
Italien
Für Italien ist eine ähnliche Arbeit wie die französische in Vorbereitung, die vom Ufficio centrale per i beni archivistici finanziert und bis Ende 2000 einen Leitfaden zu den Quellen für die Zeit der Bewegungen vorlegen wird. In der Zwischenzeit ist es möglich, auf einige der Institute und Dokumentationszentren hinzuweisen, die neben den beiden, die am Datenbankprojekt teilgenommen haben (Istituto romano per la storia d’Italia dal fascismo alla Resistenza und Istituto Piero Gobetti in Turin) beträchtliche dokumentarische Sammlungen besitzen.
Das Archivio Audiovisivo del movimento operaio democratico (Aamod) (Rom) Das Archiv bewahrt einen bemerkenswerten Umfang an audiovisueller und photographischer Dokumentation über 1968 im besonderen und über die sozialen Bewegungen der 60er und 70er Jahre in Italien und weltweit im allgemeinen auf. Was 1968 anbelangt, ragen besonders die von den Bewegungen selbst produzierten Dokumentarfilme hervor (die “Cinegiornali del Movimento studentesco“, die französischen „Cinetract“ und die amerikanischen „News Reel“), ebenso die von Filmgesellschaften der Parteien realisierte Dokumentarfilme (besonders von der Unitelefilm, verbunden mit der kommunistischen Partei Italiens) und Experimentalfilme von unabhängigen Autoren (wie Della conoscenza von Alessandra Bocchetti, Seize the time von Antonello Branca usw.) - Filme von Autoren mit deutlichen Bezugnahmen auf Protesterfahrungen. Für weitere Informationen siehe die Homepage www.aamod.it.
Das Centro di documentazione (Pistoia) Dies ist einer der „historischen“ Orte für die Dokumentationsaufbewahrung im Hinblick auf die Ereignisse der sozialen Bewegungen in Italien. 1969 entstanden, bewahrt es einen ausgiebigen Bücherbestand auf (ca. 25.000 Bände), eine Zeitschriftensammlung (ca. 5.000 Titel) und zahlreiche, teilweise geordnete und katalogisierte Archivalien (Flugblätter, Dokumente, Plakate).
Das Archivio storico della Nuova sinistra „Marco Pezzi“ (Bologna) Das Archiv entstand nach dem Tod von Marco Pezzi, Kombattant der Avanguardia operaia und später der Democrazia proletaria. Es ging von einem beträchtlichen Umfang an Material aus, das von Pezzi während der Jahre seiner politisch-militanten Zeit aufbewahrt und gesammelt wurde. Neben dem Bestand Pezzi sammelt es zahlreiche andere Nachlässe wie den der Parlamentsfraktion Democrazia Parlamentare und das Photoarchiv des „Quotidiano dei lavoratori“. Die Bestände sind geordnet und einsehbar; für weitere Informationen siehe die Internetseite www.comune.bologna.it/iperbole/asnsmp.
Das Centro di documentazione Mauro Rostagno (Trient) Entstanden nach dem Tod Rostagnos durch die Mafia Ende der 80er Jahre - Rostagno war Anführer der Studentenbewegung ’68 in Trient und dann führend in der Organisation Lotta continua, Baghwan-Anhänger und Organisator einer Gemeinschaft zur Wiedereingliderung von Drogenabhängigen. Das Zentrum ist als Teil des historischen Museums in Trient eines der Institute des nationalen Netzes der „Istituti della resistenza“. Es besitzt zahlreiche Bestände von Personen und Organisationen, die nicht nur die Erfahrung der Studentenbewegung in Trient und der politischen Organisationen der Neuen Linken in dieser Gegend dokumentieren, sondern auch Allgemeineres zu einigen Aspekten des katholischen Dissens, Antimilitarismus und der Umweltbewegung. Für detailliertere Informationen über die Bestände siehe die Internetseite (www.museostorico.tn.it).
Das Centro di documentazione (Lucca) 1973 gegründet, besitzt es eine beträchtliche Bibliothek und Zeitschriftensammlung über die sozialen Bewegungen der 60er und 70er Jahre, flankiert von einem Dokumentationskomplex, der Dokumente vor allem in Bezug auf Lucca und Umgebung sammelt.
Die Biblioteca Franco Serantini (Pisa) Die Bibliothek besitzt neben ihrem Zeitschriften- und bibliothekarischen Gut einige wichtige Archivbestände vor allem aus der Gegend der Toskana.
Das Istituto Gramsci dell’Emilia Romagna (Bologna) Das Institut, das sich seit 1998 als gemeinnütziger Verein gestaltet (Onlus - Organizzazione non lucrativa di utilità sociale), gehört zu dem nationalen Netz der Gramsci-Institute, eines der wichtigsten Zentren der Sammlungs-, Dokumentations- und historischen Forschungszentren auf nationaler Ebene. Das emilianische Gramsci-Institut hat in den letzten Jahren eine Beitragsreihe über die sozialen und politischen Bewegungen der sechziger und siebziger Jahre eingeleitet. Gegenwärtig bewahrt es eine umfangreiche Dokumentation über die Welt der Studenten und Arbeiter vor allem aus der Gegend von Emilia auf. Für reichlichere Informationen siehe die Seite www.comune.bologna.it/iperbole/istgram
Die Fondazione Vera Nocentini (Turin) Die Stiftung nimmt an dem Netz der historischen Archive der gewerkschaftlichen Organisation Cisl teil. Das Archiv bewahrt neben Materialien der Turiner Cisl einige Personalbestände von Kämpfenden der Turiner Studentenbewegung von besonderem Interesse auf. Für reichlichere Informationen siehe die Seite www.arpnet.it/veranoce
Die Fondazione Micheletti (Brescia) Die Stiftung bewahrt etliche Personalbestände auf, vor allem zu den Ereignissen der Studentenbewegung und der Gruppen der Neuen Linken in der Lombardei.
Spanien
Zu Spanien ist es möglich, einige kurze Angaben in Bezug auf folgende Institute zu machen, die Dokumentationen über 1968 und die 70er Jahre sammeln.
Archivio Histórico del PCE (Madrid) Das Archiv der spanischen kommunistischen Partei bewahrt vor allem Materialien zur Geschichte der Partei und Dokumentationen über verschiedene antifrankistische Organisationen auf. Für reichlichere Informationen siehe die Seite www.pce.es
Fundación Primero de Mayo Die Stiftung bewahrt das historische Archiv der Comisiones Obreras auf.
Fundación de estudios libertarios Anselmo Lorenzo Die Stiftung bewahrt die Dokumentation der spanischen anarchistischen Bewegung auf.
Fundación Pablo Iglesias Die Stiftung bewahrt die Archive der spanischen sozialistischen Partei und ihres Jugendverbandes auf. |
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www.media68.com | febbraio 1998